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KO-Tropfen – eine Geschichte

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Freitag Abend: Meine Freunde und ich wollen heute mal wieder in den Club. Um in den Club reinzukommen und gesehen zu werden, gehe ich noch schnell ins Bad und mache ich mich noch etwas hübsch.

Daraufhin treffe ich mich vor dem Club mit meinen Freunden, um vorzuglühen. Die Preise für ein Getränk im Club sind ja absolut Wucher. So langsam kommen wir  in den Partymodus. Nachdem wir am Türsteher und an der Garderobentheke vorbei laufen, geht es sofort auf die Tanzfläche.

Ein kurzer Blick. Einige Typen sehen hier ganz gut aus. Wir, 4 Freundinnen, werden nun häufig von Männern angetanzt. Meistens blocke ich ab, doch der Eine sieht gut aus und wirkt freundlich. Ich lasse mich auf ihn ein.

Nach ungefähr zwei Stunden ist mein Durst nicht mehr auszuhalten. Ist ja auch normal im Club. Sehr heiß, viele Menschen und ein sehr stickiger Raum. Hinzu kommt das Tanzen und der Alkohol, der die eigene Körpertemperatur in die Höhe schießen lässt. Da ich mein Geld in der Garderobe gelassen habe, nehme ich meine beste Freundin mit. Die nimmt immer ihr Geld mit. Für ein Wasser oder einen Saft wird es schon reichen.

An der Bar herrscht, wie üblicherweise, Chaos. Jeder will so schnell wie möglich ein Getränk haben. Wir konnten uns zum Glück vordrängeln und bestellten einen Orangensaft. 3,50€ für 0,2l. Einfach nur bescheuert, aber Rettung in der Not.

Nach paar Minuten war dann der Saft auch schon leer. Meine beste Freundin ist schon zu unseren anderen Freundinnen gegangen. Ich will nur noch die Flasche vom Saft an die Bar zurückbringen und wieder zurück auf die Tanzfläche.

Doch dazu wird es nicht kommen.

An der Bar treffe ich zufällig einen Jungen. Marko heißt er. Aus meiner Parallelklasse. Gut kennen tue ich ihn nicht, obwohl auf Wandertagen seine Klasse immer mit uns gekommen ist. Er war immer etwas komisch. Doch heute ist er ganz offen und begrüßt mich voller Freude und winkt mich zu sich.

Ich lasse mich auf das Gespräch ein. Anfangs reden wir über normale Dinge, wie unseren Alltag, Schule, Hobbys usw. Nach ungefähr 10 Minuten kam der Durst erneut. Als Marko dies bemerkte, spendierte er mir ein Caipirinha. Nun fühle ich mich wirklich wohl.

Unser Gespräch wurde immer tiefgründiger und intimer, sodass ich nicht bemerkt habe, wie ich das halbe Glas leer trank. Marko und ich kamen uns immer näher und mir gefiel das.

Doch plötzlich bemerkte ich das:

Mein Glas, das ich schon fast leer getrunken hatte, wurde auf einmal unsagbar schwer.

Was ist das?    Bin ich etwa schon betrunken?     Wo kann ich mein Glas abstellen?

Ich blickte rüber zur Bar. Dort kann ich mein Getränk abstellen. Ich drehte mich um und versuchte einen Schritt nach vorne zu gehen. Es klappte nicht.

Meine Beine spürte ich nicht mehr. Ich merke nur noch, wie meine Arme schwächer und schwächer werden. Das Glas in meiner rechten Hand ließ ich fallen. Panik brich bei mir aus!

Wie geht das Gefühl weg?  Was ist los?   Wie komme ich hier weg? 

Schweißausbruch und Schwindel breiteten sich aus.

Habe ich schon so viel getrunken?   Sieht mich denn keiner?   Wo ist Marko?   Wo sind meine Freundinnen?

So viele Gedanken schwirren mir durch den Kopf.

Was mache ich nur?   Habe ich nur Alkohol getrunken?   Was werden meine Eltern sagen?    Komme ich hier noch heil raus?

Meine Verwirrtheit wird von einer Hand auf meiner Schulter unterbrochen. Ich sehe Markos Gesicht. Gott sei Dank. Als er zu mir sagt, dass wir beide rausgehen sollen, nicke ich ihm nur. Mit Markos Hilfe schaffe ich es dann aus dem Club heraus. Die frische Luft der Herbstnacht merke ich nicht. Sehen tue ich nur noch verschwommen. Marko läuft weiter.

Wo gehen wir hin?

Seit wir aus dem Club gegangen sind, schweigt er. Er guckt nicht zu mir und kümmert sich nicht um mich. Allmählich verschwinden Lichter und wir gehen auf einen Park zu.

Am Park angekommen, lässt er mich los. Ich falle hin. Der Boden ist nass und kalt. Marko dreht mich um, sodass ich sein Gesicht sehen kann. Erneut schwirren mir Gedanken durch den Kopf.

Was ist los?   Was machen wir hier?   War im meinem Getränk nur Alkohol?  Ich will zurück!

Marko bückt sich zu mir.  Er verzieht keine Miene. Ich merke seine Hand auf meinem Bein…

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